Theologische Ausbildung (YF-330)

Trotz eigener Bemühungen reicht den meisten Bibelschülerinnen und -schülern das Geld für die theologische Ausbildung nicht. Mit deiner Spende können wir Studierende mit Stipendien unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Berufung zu leben. So fördern wir indirekt auch die Verbreitung von Gottes Wort in den zahlreichen indigenen Volksgruppen Costa Ricas, Kolumbiens, Perus und Boliviens.

Die Bibelschulen unterstützen indigene Studierende und ihre Familien in verschiedenen Bereichen des Lebens. Dabei wird die indigene Kultur und ihre Weltanschauung im Unterricht berücksichtigt. Für die Zeit ihrer Ausbildung verlassen die Männer und Frauen – teilweise auch mit Kindern – ihr Dorf und leben für mehrere Monate auf dem Bibelschulgelände. Dadurch bleiben ihnen aber keine oder nur wenige Möglichkeiten, neben dem Studium ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Bibelschule in Chinauta, Kolumbien, bietet eine umfassende theologische Ausbildung für indigene Christen an. Die vier aufeinander aufbauenden vierwöchigen Kurse mit den dazwischenliegenden Praktika, ermöglichen den Studenten, die Beziehung zu ihrer Volksgruppe und zu ihrem Umfeld aufrecht zu halten. Jedoch ist es für die Studierenden sehr schwierig, finanzielle Unterstützung für die Ausbildung durch eine Gemeinde zu erhalten.

Das Seminario Teológico Iglesia Evangélica Peruana (STIEP) in Huánuco, Peru, ist eines der wenigen vom Kirchenverband IEP national anerkannten theologischen Seminare in Peru. Evangelische Studierende aus dem ganzen Land besuchen das Seminar, um eine fundierte theologische Ausbildung zu absolvieren. Zum Ausbildungsprogramm gehören eine fünfjährige Ausbildung auf Bachelor-Niveau inkl. 10-wöchigen Praktika in einer lokalen Gemeinde, eine Kurzausbildung für die Mitarbeit in der Gemeinde sowie verschiedene Weiterbildungs- und Intensivkurse.

Da die wenigsten Studierenden in der Lage sind, für die Kosten der Vollzeitausbildung komplett selbst aufzukommen, sind sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Es wird aber erwartet, dass sie sich um eigene Mittel und Unterstützung durch ihre Gemeinde bemühen. Wer ein Stipendium erhält, muss bereit sein, eine gewisse Anzahl an Arbeitsstunden auf dem Seminargelände zu erbringen. Dies hat vor allem zwei Gründe: Körperliche Arbeit kann eine willkommene Abwechslung zum Studienalltag sein und Neues kann erlernt werden (z.B. Gartenpflege, technischer Unterhalt etc.). Zum anderen ist uns sehr wichtig, dass die Selbst- und Mitverantwortung wahrgenommen, gefördert und gestärkt wird.

Die Bibelschule in Pucallpa, Peru unterrichtet indigene Studierende aus dem ganzen Amazonasgebiet. Jedes Jahr finden zwei Bibelschulblöcke von März bis Juli und von Juli bis November statt. In verschiedenen Klassen werden die Männer und Frauen in biblisch-theologischen Themen unterrichtet und dadurch befähigt, als Gemeindemitarbeiter, Leitungspersonen oder Missionare, das Evangelium in ihren Volksgruppen zu verbreiten.

Die indigenen Bibelschüler haben meist nur bedingt finanzielle Einkünfte und somit ist es für sie unmöglich die Kosten für die Bibelschule zu tragen. Um sie aber nicht ganz aus der Verantwortung zu nehmen, bezahlen sie eine Einschreibegebühr und einen Anteil ihrer Anreise selbst. Die restlichen Kosten werden durch indicamino gedeckt.

Die Bibelschule in Riberalta, Bolivien leistet mit dem Lehren von biblisch-theologischen Themen einen Beitrag für einen gesunden Gemeindeaufbau sowie zur Verbreitung des Evangeliums in den verschiedenen indigenen Volksgruppen und in der bolivianischen Gesellschaft. Die ganzheitliche Ausbildung dauert zwei Jahre.

Um für das Studium und die Lebenshaltungskosten aufzukommen, fehlen den meisten die Mittel. Neben der finanziellen Unterstützung durch indicamino soll aber auch die Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht werden. So wird den Studierenden von der Bibelschule ein Stück Land zur Verfügung gestellt, auf dem sie Gemüse und Früchte zum Eigengebrauch oder Verkauf anpflanzen oder auch Hühner halten können.

Das Handwerk ist im Ausbildungskonzept des CAPI seit jeher tief verankert. Regelmässig stellen wir uns aber auch exklusiv in den Dienst der indigenen Kirchen Mittelamerikas und bieten gemeinsam mit unserem Partner ESEPA aus der Hauptstadt den Kurs „Vertiefung in die Bibel“ an. Die Teilnehmer werden von ihren Kirchen mit einem Empfehlungsschreiben ins CAPI geschickt. Viele haben bereits eine Aufgabe in der Gemeinde oder das Potenzial dazu. Grösstenteils sind es also bereits reife Christen, die den Kurs belegen. Ziel ist es, dass sie das Bibelstudium für sich selbst und auch für andere attraktiv, interessant und gewinnbringend gestalten.